Forschungsschwerpunkte
FIDAM möchte durch seine Forschung zu einer besseren Behandlung, Prognose und Lebensqualität von Menschen mit einer Diabeteserkrankung beitragen. Die Forschungsvorhaben von FIDAM befassen sich mit folgenden thematischen Bereichen:
- Hypoglykämieprobleme
- Diabetes und Depressionen
- Prävention des Typ 2 Diabetes
- Lebensqualität und psychische Befindlichkeit
- Entwicklung und Evaluation von Schulungsprogrammen
- Diabetes und ZNS
- Nephropathie
- Neue Technologien in der Diabetologie
- Makroangiopathische Erkrankungen und Diabetes mellitus
- Insulinresistenz
- Diabetestherapie
Wenn Sie sich näher über die verschiedenen Forschungsschwerpunkte informieren möchten, so finden Sie Literaturhinweise bzgl. der bisher publizierten Arbeiten von FIDAM zu diesen Themen bzw. können ausgewählte Arbeiten auch direkt herunterladen.
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Hypoglykämieprobleme
Hintergrund: Die Diabetestherapie steht vor dem Dilemma einerseits durch eine normoglykämische Einstellung die Entstehung von Langzeitkomplikationen zu verhüten und andererseits auch das Auftreten der Akutkomplikation Hypoglykämie zu vermeiden. Das Erreichen beider Therapieziele erweist sich in der Praxis häufig als schwierig, da eine normoglykämische Blutzuckereinstellung mit einem erhöhten Risiko für Hypoglykämien assoziiert ist. Ursache hierfür ist die Entstehung einer Hypoglykämiewahrnehmungsstörung. Die Behandlung von Hypoglykämieproblemen bedarf eines interdisziplinären Ansatzes, der sowohl auf eine Optimierung der Diabetestherapie zielt als auch die Einstellung und den Umgang der Betroffenen mit diesem Problem modifiziert.
Ziel: Unsere Studien befassen sich mit der Erforschung der Entstehung und Diagnostik von Hypoglykämieproblemen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Entwicklung und Evaluation von Schulungskonzepten zur Behandlung von Menschen mit Hypoglykämieproblemen (z.B. HyPOS)
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Publikationen:
Artikel PosterDiabetes und Depressionen
Hintergrund: Menschen mit einer Diabeteserkrankung sind doppelt so häufig von depressiven Erkrankungen betroffen als Nichtdiabetiker. Das gemeinsame Auftreten von Diabetes und Depressionen hat nachteilige Auswirkungen auf das Selbstbehandlungsverhalten der Betroffenen, auf deren Lebensqualität und die Blutzuckereinstellung. Langfristig haben Diabetiker, die zusätzlich an einer depressiven Störung leiden, ein deutlich höheres Risiko für diabetesbezogene Komplikationen und damit eine schlechtere Prognose als nicht-depressive Diabetiker. Neben generellen Risikofaktoren, die auch für Nichtdiabetiker gelten, scheinen diabetesspezifische Faktoren wie Therapieformen, glykämische Kontrolle oder das Auftreten von diabetesbezogenen Komplikationen für die Entstehung depressiver Störungen bedeutsam zu sein.
Forschungsvorhaben: Die Erfassung der Prävalenz depressiver Störungen sowie Risikofaktoren für deren Enstehung gehören genauso zum Forschungsspektrum wie die Entwicklung von Interventionskonzepten zur Behandlung und Prävention depressiver Störungen.
Publikationen:
Artikel Poster
Prävention des Typ 2 Diabetes
Hintergrund: Die Erkrankungszahlen für den Typ 2 Diabetes nehmen in epidemischem Maße zu. Alleine für die Industriestaaten wie Deutschland wird in den nächsten 20 Jahren mit einer Zunahme der Erkrankungszahlen um 40% gerechnet. Aufgrund des hohen Risikos für diabetesbezogene Folgeerkrankungen stellt diese Zunahme eine Bedrohung der Lebensqualität vieler Menschen dar. Darüber hinaus bedeutet der drastische Ansteig der Diabetesprävalenz auch eine große Belastung für das Gesundheitssystem. Prospektive Studien konnten überzeugend belegen, dass bei Hochrisikopersonen das Auftreten der Erkrankung durch eine Veränderung des Lebensstiles oder eine medikamentös Intervention verhindert bzw. zumindest verzögert werden kann. Interventionen mit dem Ziel der Veränderung des Ernährungs- und Bewegungsverhaltens haben sich im Vergleich zu medikamentösen Strategien mit einer Reduktion des Diabetesrisikos um bis zu 58% als effektiver erwiesen. Ungeklärt ist jedoch im Augenblick das Kosten-Nutzenverhältnis solcher Präventionsmaßnahmen, da sich die bisher evaluierten Maßnahmen aufgrund von Einzelinterventionen als relativ teuer erwiesen haben.
Forschungsvorhaben: Die Entwicklung und Evaluation eines Gruppenprogramms zur Modifikation des Ernährungs- und Bewegungsverhaltens. Dieses Programm, PRAEDIAS - Prävention des Diabetes - selbst aktiv werden, wird hinsichtlich der Gewichtsentwicklung, des Verlaufs metabolischer Risikofaktoren und der Lebensqualität evaluiert.
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Publikationen:
Artikel PosterLebensqualität und psychische Befindlichkeit
Hintergrund: Eine erfolgreiche Selbstbehandlung beim Diabetes ist entscheidend für die Prognose. Psychische Erkrankungen oder ein reduziertes Wohlbefinden können einen negativen Einfluß auf die Selbstbehandlung und die Prognose der Erkrankung nehmen. Unabhängig davon ist das Erreichen einer optimalen Lebensqualität ein wichtiges Ziel der Diabetesbehandlung. Die Erfassung von Lebensqualität und die Diagnostik und Behandlung möglicher psychischer Störungen ist daher eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Diabetestherapie.
Neben einer reduzierten Lebensqualität können therapiespezifische Ängste wie z.B. Befürchtungen bzgl. einer Insulintherapie ein wichtiges Behandlungshindernis bilden.
Forschungsvorhaben: Neben der Entwicklung, Übersetzung und Evaluierung von diabetespezifischen Fragebögen zur Erfassung der Lebensqualität ist die Erforschung von Befürchtungen bzgl. einer Insulintherapie bei Menschen mit einem Typ 2 Diabetes ein Schwerpunkt der Forschungsvorhaben. Bei der Erstellung von Leitlinien für eine möglichst optimale psychosoziale Versorgung von Menschen mit einer Diabeteserkrankung waren Mitarbeiter des Forschungsinstitut maßgeblich beteiligt.
Publikationen:
Artikel Poster
Entwicklung und Evaluation von Schulungsprogrammen
Hintergrund: Die erfolgreiche Behandlung des Diabetes und seiner möglichen Komplikationen und Folgeerkrankungen ist entscheidend vom Selbstbehandlungsverhalten der Betroffenen abhängig. Die Bedeutung von Schulung, in welcher Menschen mit einer Diabeteserkrankung die notwendigen Fertigkeiten erlernen, ist innerhalb der Diabetologie weitgehend unumstritten. Die Konzeption von Schulungsprogrammen hat sich jedoch in den letzten Jahren von einer reinen auf Wissensvermittlung orientierten Schulung hin zu einer selbstmanagementorientierten Schulung verändert. Moderne Schulungskonzepte zeichnen sich dadurch aus, dass neben der Vermittlung von notwendigen Wissensinhalten und Fertigkeiten vor allem auch das persönliche Erleben, individuelle Zielsetzungen sowie subjektive Einschätzungen der Betroffenen und die Motivation zur Selbstbehandlung der Diabeteserkrankung bzw. von diabetesbedingten Problemen zentrale Inhalte sind.
Forschungsvorhaben/Projekte:
MEDIAS 2 (Mehr Diabetes-Selbstmanagement Typ 2) möchte Typ 2 Diabetikern im mittleren Lebensalter, die ihren Diabetes nicht mit Insulin behandeln, Hilfestellung zu einer besseren Diabetesbehandlung anbieten.
WENUS steht für "Wieder Normal Und Spontan Sexualität erleben". Es richtet sich an Männer, welche Erektionsprobleme haben, und bietet Informationen über die Entstehung, Diagnostik und Behandlung dieser Problematik an.
NEUROS ist ein strukturiertes Schulungsprogramm für Menschen mit diabetesbedingten Nervenstörungen / Neuropathieproblemen.
HyPOS ist ein Schulungs- und Behandlungsprogramm für insulinbehandelte Diabetiker mit Hypoglykämieproblemen.
PRAEDIAS ist ein Präventionsprogramm, das Menschen mit einem erhöhten Diabetesrisiko dabei unterstützen möchte, ihr Ernährungs- und Bewegungsverhalten zu verändern.
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Publikationen:
Artikel PosterDiabetes und ZNS
Hintergrund: Die Befunde zum Einfluss des Diabetes auf das zentrale Nervensystem (ZNS) sind uneinheitlich und z.T. widersprüchlich. Für den Typ 1 Diabetes finden sich in einigen Studien negative Auswirkungen von rezidivierenden Hypoglykämien auf neuropsychologische Funktionen sowie struktuelle Veränderungen im ZNS. In anderen Untersuchungen an jüngeren Typ 1 Diabetikern, wie beispielsweise in der DCCT, lassen sich hingegen keine nachteiligen Effekte von Hypoglykämien auf die kognitive Leisungsfähigkeit nachweisen. Ähnlich widersprüchlich sind die Befunde für den Typ 2 Diabetes. Da von dieser Diabetesform vorwiegend ältere Menschen betroffen sind, kann hier auch von einer negativen Interaktion des Diabetes und möglichen vaskulären Komplikationen mit allgemeinen Alterungsprozessen ausgegangen werden. Eine reduzierte kognitive Leistungsfähigkeit kann im Hinblick auf eine konsequente Diabetesselbstbehandlung und die Teilnahme an Schulungen eine wesentliche Barriere für eine erfolgreiche Diabetestherapie sein.
Forschungsvorhaben: In unserem Institut werden Studien zu akuten und mittelfristigen neuropsychologischen Effekten von Hypoglykämien bei Typ 1 Diabetes durchgeführt. Daneben wurde im Diabetes-Zentrum Mergentheim ein diabetesspezifscher Leistungstest für die Anwendung bei Patienten mit Typ 2 Diabetes zum Screening auf mögliche kognitive Minderleistungen entwickelt.
Publikationen:
Artikel Poster
Nephropathie
Hintergrund: Terminales Nierenversagen stellt eine der gravierendsten Komplikationen des Diabetes mellitus dar. Neben therapiebedingten Faktoren, wie Blutzucker- und Blutdruckeinstellung, scheinen auch genetische Faktoren an der Entstehung bzw. Progredienz des Nierenversagen beteiligt zu sein.
Forschung: In Zusammenarbeit mit der Universitätsklinik Regensburg werden Studien zu hereditären Bedingungen des terminalen Nierenversagen durchführt, indem der Genotyp sowie ausgewählte klinische Parameter von Diabetikern mit und ohne Nierenversagen miteinander verglichen werden.
Daneben beteiligen wir uns an Mulitcenterstudien, welche die Bedeutung verschiedener Blutdruckmedikation zur Prävention von diabetesbedingten Nierenerkrankungen untersuchen.
Publikationen:
Artikel
Neue Technologien in der Diabetologie
Hintergrund: Neue Technologien, wie die kontinuierliche Blutglukosemessung, verbesserte Insulinpumpen oder der Einsatz von PDA, können eine Hilfe bei der Optimierung der Diabetestherapie sein. Ebenso könnten neue Entwicklungen von Geräten zur Blutzuckerselbsttestung, sowie eine edv-gestütze Weiterverarbeitung der Meßdaten einen wichtigen Beitrag für die Verbesserung der Behandlungsqualität des Diabetes mellitus leisten.
Forschung: Ein Schwerpunkt von FIDAM bildet die Erforschung der kontinuierlichen Glukosemessung. Neben Studien zur Meßgenauigkeit von Glukosesensoren wurden diese Methode auch eingesetzt, um die Güte der Hypoglykämiewahrnehmung zu untersuchen. Ein weiteres Anwendungsfeld zum Einsatz neuer Technologien ist ein Projekt zum Zusammenhang von Blutglukosewerten und Stimmungen. Weitere Projekte beziehen sich auf die Überprüfung der Meßgenauigkeit und Handhabbarkeit von neuen Geräten zur Glukosemessung durch den Patienten.
Publikationen:
Artikel Poster
Makroangiopathische Erkrankungen und Diabetes mellitus
Hintergrund: Menschen mit einer Diabeteserkrankung haben ein deutlich erhöhtes Risiko für die Entstehung von schwerwiegenden makroangiopathischen Erkrankungen, wie beispielsweise Herzinfarkt, Schlaganfall, periphere und/oder cerebrale arterielle Verschlußerkrankungen. Risikofaktoren für die Entwicklung makroangiopathischer Komplikationen sind neben der Hyperglykämie z.B. Hypertonie, Hyperlipidämie oder Hyperinsulinismus. Neben einer Behandlung der Hyperglykämie kommt daher der Therapie mit Antihypertensiva, Lipidsenkern und Thrombozytenaggregationshemmern eine große Bedeutung für die Prävention makroangiopathischer Komplikationen zu.
Forschungsvorhaben: Teilnahme an einer Multizenter Studie (Charisma) zur Überprüfung der Effektivität einer Behandlung mit Thrombozytenaggregationshemmern (Colpidrogel) auf das Auftreten kardio- und cerebrovaskulärer Ereignisse bei Patienten einer Hochrisikogruppe. Eine andere Multizenter Studie (Ontarget) testet den Effekt eines A1-Blockers (Telmisartan) im Vergleich zu Ramipril und Placebo auf das Auftreten makroangiopathischer Komplikationen bei Hochrisiko-Patienten.
Publikationen:
Artikel
Insulinresistenz
Hintergrund: Typ 1 und Typ 2 Diabetes haben eine sehr unterschiedliche Genese. Während bei der Entstehung des Typ 1 Diabetes Autoimmunprozesse eine entscheidende Rolle spielen, kommt für die Entwicklung eines Typ 2 Diabetes der Insulinresistenz eine wichtige Bedeutung zu. Neben lebensstilbezogenen Ursachen (Bewegungsmangel und Übergewicht) scheint eine heriditäre Veranlagung für die Ausprägung der Insulinresistenz mitverantwortlich zu sein. Die klinische Bedeutung sowie möglichliche Ursachen einer erhöhten Insulinresistenz bei Typ 1 Diabetes ist unklar. Die Insulinbehandlung bei insulinresistenten Typ 2 Diabetiker ist ein weiteres Problem der praktischen Diabetologie.
Forschungsvorhaben: Mit Hilfe eines hyperinsulinämischen euglykämischen Glukoseclamps wurde die Insulinresistenz, bestimmt über die Glukoseverschwinderate, bei Typ 1 Diabetespatienten mit und ohne heriditäre Belastung durch einen Typ 2 Diabetes bestimmt. Es wurde auf eine Parallelisierung beider Untersuchungsgruppen hinsichtlich Ihres Körpergewichtes geachtet.
In einer prospektiven Untersuchung wurde diese Stichprobe nach 3 Jahren nachuntersucht, um die metabolischen Effekte einer unterschiedlichen Insulinresistenz (Gewichtsentwicklung, glykämische Kontrolle, Lipidstatus, Blutdruck, Insulinbedarf) zu bestimmen.
Publikationen:
Artikel Poster
Diabetestherapie
Hintergrund: Die Diabetestherapie zielt auf die Reduktion der Hyperglykämie und von Risikofaktoren sowie auf die Behandlung bereits aufgetretener Risikofaktoren. Bei den oralen Diabetika stehen unterschiedliche Substanzklassen mit verschiedenen Wirkansätzen (Reduktion der Insulinresistenz, Hemmung der hepatischen Glukosefreisetzung, Resorptionsverzögerung, Stimulierung der endogenen Insulinsekretion) zur Verfügung. Ebenso stehen für die Insulinbehandlung unterschiedliche Insuline mit verschiedenen Wirkprofilen zur Verfügung (Analoginsuline mit verschiedenen Wirkzeiten, NPH-Insuline, Humaninsuline, tierische Insuline).
Neben medikamentösen Strategien spielen natürlich auch nicht-medikamentöse Behandlungsformen wie Ermährung und Sport eine wichtige Rolle. Ebenso können Lebensstilfaktoren wie beispielsweise Sport einen Einfluss auf die Insulintherapie haben.
Forschungsvorhaben: FIDAM beteiligt sich an bzw. initiiert Studien zur Überprüfung der klinischen Wirkung verschiedener Therapieformen oder deren Kombination.
In einer Studie wurden die Effekte eines schnellwirksamen Insulinanalogons bei insulinresistenten Typ 2 Diabetikern im Vergleich zu Normalinsulin untersucht.
Eine weitere Untersuchung bezieht sich auf die Effektivität der Kombination von Insulin Lispro and Acarbose um postprandiale Blutzuckerwerte zu senken und eine Insulinresistenz positiv zu beeinflussen
Daneben hat sich FIDAM auch mit den Auswirkungen von Sport auf den Blutzuckerverlauf bei Typ 1 Diabetikern beschäftigt.
Publikationen:
Artikel Poster






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